TG AVEU: Modernisierung für Beschäftigte durchgesetzt

Neue Erfahrungsstufen, bessere Regelungen bei Höhergruppierungen, ein Zuschlag bei der Auszahlung von Zeitguthaben und mehr Möglichkeiten für flexible Arbeitszeitmodelle: Die gemeinsame Tarifkommission von ver.di und IGBCE hat dem Modernisierungstarifvertrag AVEU einstimmig zugestimmt.

Am 11. September 2026 hat die gemeinsame Tarifkommission (GTK) von ver.di und IGBCE dem Modernisierungstarifvertrag einstimmig zugestimmt. Ziel der Verhandlungen war es, bewährte tarifliche Regelungen weiterzuentwickeln und zugleich Antworten auf die Anforderungen einer modernen Arbeitswelt zu geben.

Dabei konnten wichtige Verbesserungen für die Beschäftigten erreicht werden. Im Mittelpunkt stehen eine stärkere Anerkennung von Berufserfahrung, bessere Bedingungen bei beruflicher Weiterentwicklung sowie neue Möglichkeiten bei Arbeitszeit und Zeitguthaben.

Neue Erfahrungsstufen 5 und 6 bringen mehr Entgelt

Mit der Einführung der neuen Erfahrungsstufen 5 und 6 wird eine langjährige Forderung aufgegriffen: Berufserfahrung soll sich auch langfristig stärker im Entgelt widerspiegeln.

Die beiden zusätzlichen Erfahrungsstufen bringen jeweils eine Entgeltsteigerung von 1,5 Prozent. Davon profitieren insbesondere Beschäftigte mit langer Betriebs- und Berufserfahrung. Für sie entstehen zusätzliche finanzielle Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb des Tarifvertrags.

Damit wird deutlich: Erfahrung und langjährige Arbeit müssen sich lohnen.

Höhergruppierung: Berufserfahrung bleibt erhalten

Auch die tariflichen Regelungen bei einer Höhergruppierung werden verbessert.

Künftig bleiben sowohl die bereits erreichte Erfahrungsstufe als auch die erworbene Verweildauer erhalten. Beschäftigte müssen bei einer beruflichen Weiterentwicklung damit nicht mehr auf bereits erreichte tarifliche Entwicklungsschritte verzichten.

Das stärkt die Anerkennung vorhandener Berufserfahrung und verbessert die Bedingungen für Beschäftigte, die zusätzliche Verantwortung übernehmen oder sich beruflich weiterentwickeln.

25 Prozent Zuschlag bei Auszahlung von Zeitguthaben

Ein weiterer wichtiger Erfolg betrifft den Umgang mit Zeitguthaben.

Grundsätzlich gilt weiterhin: Angesammelte Zeit soll vorrangig durch Freizeit ausgeglichen werden. Freizeit bleibt damit der bevorzugte Weg, um Zeitguthaben abzubauen.

Kommt es in Ausnahmefällen und im gegenseitigen Einvernehmen zu einer Auszahlung, wird diese künftig mit einem Zuschlag von 25 Prozent vergütet.

Damit erhält geleistete zusätzliche Arbeitszeit einen höheren tariflichen Wert.

Mehr Möglichkeiten für flexible Arbeitszeitmodelle

Der Modernisierungstarifvertrag schafft außerdem zusätzliche Möglichkeiten, Arbeitszeit stärker an unterschiedliche Lebenssituationen und betriebliche Anforderungen anzupassen.

Auf betrieblicher Ebene können künftig flexible Lösungen vereinbart werden, zum Beispiel bei:

  • der individuellen Wochenarbeitszeit,
  • längeren oder kürzeren Auszeiten,
  • Lebensarbeitszeitmodellen und
  • weiteren betrieblich passenden Arbeitszeitgestaltungen.

Wichtig dabei: Die konkrete Umsetzung bleibt an betriebliche Vereinbarungen und die Mitbestimmung vor Ort gebunden. Flexible Arbeitszeitmodelle können damit gemeinsam gestaltet werden und sollen die Interessen der Beschäftigten ebenso berücksichtigen wie betriebliche Anforderungen.

Modernisierung gemeinsam gestaltet

Mit dem neuen Tarifvertrag wurden bestehende Regelungen weiterentwickelt und konkrete Verbesserungen für die Beschäftigten erreicht.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick: zwei neue Erfahrungsstufen mit jeweils 1,5 Prozent mehr Entgelt, der Erhalt von Erfahrungsstufe und Verweildauer bei Höhergruppierungen, ein Zuschlag von 25 Prozent bei der vereinbarten Auszahlung von Zeitguthaben sowie neue tarifliche Möglichkeiten für flexible Arbeitszeitmodelle.

Die Ergebnisse und ihre konkrete Bedeutung werden ver.di und die betrieblichen Interessenvertretungen in den kommenden Mitglieder- und Betriebsversammlungen ausführlicher vorstellen.

Gemeinsam haben wir den Tarifvertrag modernisiert – und spürbare Verbesserungen für die Beschäftigten erreicht.