Hamburger Energienetze: Stillstand bei Prozenten und Laufzeit

Am 21. April 2026 fand bei den Hamburg Verkehrsanlagen die zweite Tarifverhandlung in der laufenden Entgeltrunde statt. Beim Thema Rufbereitschaft und Schichtzulage hat die Arbeitgeberseite anerkannt, dass die Beschäftigten in diesen Bereichen besonders belastet sind. Finanzielle Anreize sollen hier gemeinsam gestaltet werden. Bei der prozentualen Entgelterhöhung und der Laufzeit bleibt die Arbeitgeberseite jedoch bei ihrem bisherigen Angebot.

Rufbereitschaft und Schichtzulage: Arbeitgeber erkennen Belastung an

Ein Schwerpunkt der zweiten Verhandlungsrunde waren die Regelungen zur Rufbereitschaft und zur Schichtzulage. Die Arbeitgeberseite hat deutlich gemacht, dass sie die besondere Belastung in diesen Bereichen sieht und gemeinsam mit ver.di finanzielle Anreize entwickeln möchte.

Eine direkte Anpassung der Regelungen im Manteltarifvertrag sei nach Darstellung der Arbeitgeber aktuell jedoch IT-technisch nicht umsetzbar. Hintergrund seien personelle Herausforderungen. Die Arbeitgeber haben angeboten, tarifvertragliche Anpassungen ab Januar 2028 vorzunehmen und für die Kalenderjahre 2026 und 2027 eine Zwischenlösung zu finden. Abschließend geklärt werden konnte dieses Thema in der zweiten Verhandlung noch nicht.

Kein konkretes Angebot für Azubis und Dualis

Auch die Ausbildungsvergütung war Thema der Verhandlung. Die Arbeitgeberseite hat signalisiert, über ein Angebot nachzudenken, das sowohl Auszubildende als auch dual Studierende einbezieht. Ein konkretes Angebot lag in dieser Runde jedoch nicht vor.

Keine Bewegung bei Entgelt und Laufzeit

Bei der prozentualen Erhöhung und der Laufzeit hatte ver.di fest damit gerechnet, dass die Arbeitgeber ihr Angebot aus der ersten Verhandlung überdenken und nachbessern. Das ist nicht geschehen. Die Arbeitgeber bleiben bei ihrem bisherigen Angebot und sehen sich nach eigener Aussage nicht in der Lage, die Prozente zu erhöhen oder die angebotene Laufzeit zu verkürzen.

Zur Begründung verwiesen sie darauf, dass sich die Welt im Krisenmodus befinde. Deshalb brauche es aus ihrer Sicht auch einen „Krisentarifabschluss“.

180 Kolleginnen und Kollegen zeigen Präsenz

Begleitet wurde die zweite Verhandlung von 180 Kolleginnen und Kollegen – insbesondere aus Bereichen mit Rufbereitschaft. Diese starke Präsenz hat in der Verhandlung Wirkung gezeigt und Bewegung in einzelne Themen gebracht.

„Fehlende Abstimmung und keine gemeinsame Vorbereitung auf Seiten der Arbeitgeber bedeuten eine vertane Chance in der 2. Verhandlungsrunde. Jetzt steigt der Druck auf die dritte Runde, ich zähle auf meine Kolleginnen und Kollegen in den nächsten Wochen!“
Thies Hansen, stellvertretender BR-Vorsitzender und Mitglied der Verhandlungskommission

Nächste Verhandlung am 19. Mai

Die dritte Verhandlungsrunde findet am 19. Mai 2026 bei den Hamburger Energiewerken in Tiefstack statt. Bis dahin gilt: Angebot diskutieren, bewerten, weitere Informationen von ver.di und den Vertrauensleuten beachten – und bei Aktionen Präsenz zeigen. Der Druck auf die nächste Runde steigt.